Oktober 2010


Unter https://umweltsuende.wordpress.com/2010/09/25/terrassenheizstrahler-eleganz-okoplus/ habe ich ja kürzlich über dieses absurde Öko-Heizpilzthema geschrieben.

Ich hatte mich in der Frage tatsächlich mal an den Toom/Rewe Kundensupport gewandt und diese Firmen mit der Frage konfrontiert, wie denn der Verkauf von Heizpilzen mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu vereinbaren ist.

Meine (durchaus absichtlich etwas provokante) Mail:

>An: Toom, Rewe
>Subject: Kritik an Nachhaltigkeitsbekundung von TOOM/REWE
> Sehr geehrte Damen und Herren,
>
> wie passt es eigentlich zusammen, sich als Unternehmen in Sachen
> „Nachhaltigkeit“ so positiv darzustellen, gleichzeitig aber (so ihr
> aktuelles Prospekt) einen „Enders Terassenheizstrahler Eleganz Ökoplus“
> anzubieten und diesen noch als „Öko“ anzupreisen, weil dieser ja weniger Gas
> verbraucht und weniger CO2 emittiert ?
>
> Sie schreiben unter http://www.toom-baumarkt.de/nachhaltigkeit.html
> folgendes:
>
> „Der Schutz von Klima und Ressourcen ist ein fester Bestandteil der
> Unternehmensphilosophie der REWE Group. Wie wichtig der Unternehmensgruppe
> das Engagement für die Umwelt ist, zeigt die bisher umfangreichste
> Initiative in puncto Klimaschutz, mit der die REWE Group ein weiteres Mal
> ihrer Vorreiterrolle gerecht wird.“
>
> Wenn Ihnen das wirklich so wichtig wäre, dann würden Sie solche absurden
> Produkte, die an Arroganz gegenüber der allgegenwärtigen Klimwandel-Debatte
> kaum zu überbieten sind aus Ihrem Sortiment nehmen und garnicht erst
> anbieten. In Sachen Nachhaltigkeit treten Sie bzw. tritt die Rewe-Group für
> mich hier als nicht besonders glaubwürdig auf.
>
> Sicher, Sie bedienen halt einen Markt den halt jemand anders bedient, wenn
> Sie es nicht tun.
>
> Aber dann schreiben Sie bitte auch nicht, daß Schutz von Klima und
> Ressourcen ein Bestandteil der Untenehmensphilosophie von Toom bzw. der REWE
> Group ist (  http://www.rewe-group.com/nachhaltigkeit/ ) bzw. unterlassen
> Sie bitte zumindest, ein Produkt als „Öko“ oder gar „Energiesparend“
> darzustellen, welches das per Definition nicht ist, nicht sein kann und auch
> nie sein wird.
>
> Was halten Sie von der Idee, die Produktkategorie „Draussenheizung“  aus dem
> Sortiment zu nehmen und stattdessen eine „Klimaschutz-Wolldecke statt
> Heizpilz“-Verkaufskampagne zu starten ?  Ich wette, daß sie mit einer
> bedruckten Wolldecke die zu mehr Besonnenheit im Umgang mit Energie aufruft
> weit mehr Kunden erreichen werden und auch weit mehr Umsatz generieren
> können. Ferner würden Sie damit Ihre Nachhaltigkeitsziele sehr
> unterstreichen, Sie würden an Glaubwürdigkeit gewinnen und Sie würden dieses
> ferner auch bei Ihren Kunden mehr ins Bewusstsein rücken.
>
> Über eine Rückantwort wäre ich Ihnen sehr verbunden.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> XXXXXXX

Die Antwort:

Sehr geehrter Herr XXXXXX,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 25.09.2010, auch wenn der Anlass, diese zu senden sicherlich nicht erfreulich war.
Wir bedauern sehr, dass Sie einen Grund zur (Anm: hier fehlt wohl das Wort „Kritik“) haben. Sie als Kunde stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, deswegen können Sie sicher sein, dass wir Ihr Anliegen sehr ernst nehmen.
Die von uns angebotenen Terrassenheizstrahler der Firma Enders sind mit energiesparenden 8kW-Brennern ausgestattet und weisen im Vergleich zu handelsüblichen 12kW-Heizstrahlern einen um 30% geringeren Verbrauch auf – und dass bei gleicher Wärmeentwicklung. Aus diesem Minderverbrauch resultiert natürlich auch ein viel geringerer CO2-Emmissionsausstoß.
Der Brennstoff für unsere Terrassenstrahler ist ein Propan-Butan-Gemisch, das energieneutral als Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung (Destillation) entsteht und zum Betrieb der Terrassenheizer genutzt werden kann. Bei der Stromgewinnung hingegen werden zusätzliche Ressourcen wie z.B. Kohle, Erdgas etc. verbraucht. Darüber hinaus hat Flüssiggas (Propan/Butan) einen der besten Emissionswerte der verfügbaren klassischen Energieträger und die EU-Kommission hat Flüssiggas deshalb zu Recht zum alternativen Kraftstoff erklärt.
Wir haben keinerlei Einfluss auf die Benennung des Gerätes, dies liegt beim Hersteller.
Wir bedauern, dass Sie eine Diskrepanz zwischen den ausgelobten Firmenwerten und unserem Angebot sehen. Der Schutz von Klima und Ressourcen ist ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie der REWE Group und bei toom BauMarkt. Wir setzen uns beispielsweise mit einem eigens eingestellten Energiemanger dafür ein, unsere Märkte soweit zu optimieren und umzugestalten, dass sie die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Wir können unseren Kunden jedoch nicht vorschreiben, was sie kaufen sollen. Hier muss einem jeden die freie Wahlmöglichkeit bleiben. Wir begrüßen jedoch, dass Sie mit Ihrem starken Umweltbewusstsein sich für die Schonung der Natur und einen bewussten Einsatz von Ressourcen aussprechen.
Mit freundlichen Grüßen
XXXXXX XXXXXXXXXX
REWE GROUP
Kundenmanagement

Aha. Propan/Butan energieneutrales Abfallprodukt. Nee is klar. Aber gehandelt zu Preisen ähnlich hoch wie Benzin (abgesehen vom Steuervorteil)

Ein 8kW Brenner der dieselbe Wärmeentwicklung hat wie ein 12kw Brenner. Toooollll! 8kW, um den Kopf eines druntersitzenden ein wenig mit Wärme zu bestrahlen, während 95% der Energie zur Seite und nach oben zieht.

Ein Milliardenkonzern und kein Einfluss auf die Bennennung eines der Produkte die sie verkaufen. Is noch viel mehr klar.

„Wir können unseren Kunden nicht vorschreiben was sie kaufen sollen“.
Nein, natürlich, der Verkäufer muss nicht mit gutem Beispiel vorangehen. Er muss nur Geld verdienen. Sonst verdienen ja all die Mitarbeiter alle kein Geld mehr….. Der Konsument ist natürlich in der Verantwortung!

 

Kann jemand, der von sich behauptet nachhaltig zu handeln bzw. handeln zu wollen eigentlich als glaubwürdig gelten, wenn er so „tickt“ ?

Ich denke nicht.

Klassisches Beispiel für Greenwashing würd ich sagen. Tja, so ist sie, die Welt in der wir leben.

Und was grosse Konzerne betrifft, so glaube ich nur eines:
Von denen ist keiner wirklich grün und von denen wird auch keiner wirklich je grün sein……

So, liebe Rewes, dann lebt mir mal schön weitere Eure Nachhaltigkeit vor.Ich bin gespannt was noch so kommt….

Bei der Gelegenheit: Bei welchem Lebensmittelkonzern wohl weniger Lebensmittel (insbesondere frische Ware wie Gemüse etc) weggeschmissen werden – bei Rewe, bei Lidl oder bei Aldi ? Ich sah da die Tage so eine Sendung und wenn ich mir so die Gemüseregale im Vergleich ansehe kann ich mir gut vorstellen……

Naja, dann vielleicht doch besser bei Aldi kaufen, die sind zwar nicht nachhaltig, aber die machen einem da wenigstens auch nix vor…..

:: OFFENER BRIEF  ::

Parteiaustritt: Offener Brief an Frau Merkel
„Die Halbwertzeit unserer im Kern gespaltenen Regierung ist nichts im Vergleich zur Halbwertzeit dessen, was sie uns strahlend hinterlässt“, so Bodmer in einem Offenen Brief an Kanzlerin Merkel. Bernd Bodmer, Geschäftsführer der relatio-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Balingen (Baden-Württemberg), beendet seine Mitgliedschaft in der CDU. Der Solar-Unternehmer begründet diesen Schritt unter anderem mit der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
LINK zum offenen Brief
Werbelink zur Firmenhomepage 🙂

Recht so, Herr Bodmer! Späte Einsicht – aber besser spät als nie. Ich jedenfalls wundere mich, wie man als Unternehmer in der Solar-Branche überhaupt in der CDU sein konnte. Ich glaube ja auch, das Parteizugehörigkeit im Wesentlichen auch eh durch das Elternhaus geprägt ist.

Ohne Worte:

210 Sicherheitsmängel Biblis B

Eine „bestmögliche Gefahrenabwehr und Risikovorsorge“ nach dem Stand
von Wissenschaft und Technik ist insofern nicht gewährleistet.

Und dazu noch 100 Gute Gründe gegen Atomkraft

100 gute Gründe gegen Atomkraft